AI for Finance Summit von Artefact - 17. September 2024 - Paris

Die wichtigsten Erkenntnisse aus der Podiumsdiskussion mit Jean-Philippe Desbiolles, Managing Director, IBM Financial Services bei IBM, Damien Ernst, Deputy CIO und CTO bei Crédit Mutuel Alliance Fédérale, und Emma Sezen, Head of AI for Finance bei Artefact.

Zusammenarbeit zwischen Crédit Mutuel und IBM

Seit 2015 arbeiten Crédit Mutuel Alliance Fédérale und IBM im Bereich der KI zusammen, angefangen mit der Analyse von Berater-E-Mails und der Bereitstellung virtueller Unterstützung. Zur Unterstützung der Implementierung von KI-Anwendungsfällen wurde eine kognitive Fabrik eingerichtet, an der IT- und Geschäftsexperten sowie IBM-Support beteiligt sind. Im Jahr 2018 haben sie KI in verschiedene Aktivitäten integriert und 2023 mit der Erforschung generativer KI begonnen.

KI-Strategie und Skalierung

KI-Strategien erfordern, dass man trotz der Herausforderungen an einer langfristigen Vision festhält, anstatt “schnell zu scheitern”. Echte KI in großem Maßstab erfordert die Schaffung eines Betriebsmodells, wie eine KI-Fabrik, und die enge Integration von KI mit data, um greifbare Ergebnisse zu erzielen. Dies geht über die Technologie hinaus und erfordert organisatorische Veränderungen und die richtige Plattform, um die erfolgreiche Einführung von KI sicherzustellen.

Vertrauen und Ethik in der KI

Im Finanzwesen ist Vertrauen unerlässlich. Crédit Mutuel Alliance Fédérale legt Wert auf Ethik und Kundenschutz und zentralisiert KI-Modelle und data für die Überprüfbarkeit. Sie haben WatsonX von IBM für die Überwachung von Modelltransparenz, Compliance und ethischen Grundsätzen übernommen. IBM fügt hinzu, dass Vertrauen die Akzeptanz und den ROI fördert. Die Einrichtung einer Plattform zur Zentralisierung von KI-Modellen, die Gewährleistung der Integrität von data und die Entwicklung expliziter ethischer Richtlinien sind entscheidende Schritte für eine verantwortungsvolle KI.

Die Auswirkungen von AI auf die Geschäftstätigkeit der Bank

KI ist in viele Geschäftsfunktionen eingebettet, was zu mehr Effizienz führt und Zeit für wertschöpfende Kundeninteraktionen freisetzt. KI-gestützte Tools bearbeiten monatlich über 6 Millionen Kunden-E-Mails, analysieren Anhänge und unterstützen Berater bei 600.000 monatlichen Anfragen. Kunden stellen über 1,4 Millionen Fragen über KI-gestützte virtuelle Assistenten, und weitere 3 Millionen Anrufe werden von KI-gestützten Sprachsystemen bearbeitet. Diese Verbesserungen haben dazu geführt, dass 2,4 Millionen Arbeitsstunden der Mitarbeiter eingespart werden konnten.

Herausforderungen und zukünftige Schritte

Während KI die Abläufe verbessert hat, bleiben Herausforderungen bestehen. Die Bank konzentriert sich darauf, generative KI effektiv zu integrieren und gleichzeitig sicherzustellen, dass die Technologie ein Werkzeug zur Verbesserung der menschlichen Arbeit bleibt und diese nicht ersetzt. Ein weiteres Ziel sind kanalübergreifende KI-Fähigkeiten, die konsistente Erfahrungen an allen Berührungspunkten mit dem Kunden gewährleisten. Ethik, data Datenschutz und Kontrolle über die KI-Operationen haben Priorität, da alle data und Prozesse in den data-Zentren der Crédit Mutuel Alliance Fédérale laufen, mit privaten cloud-Fähigkeiten, die durch GPUs für eine effiziente KI-Verarbeitung angereichert sind.

KI und menschliche Zusammenarbeit

Die größte Herausforderung ist das Gleichgewicht zwischen Mensch und KI. Entscheidungen, die von der KI allein getroffen werden, sind nicht immer besser. Der Kontext des Anwendungsfalls bestimmt, ob die KI, der Mensch oder ihre Kombination das beste Ergebnis liefert. In dem Maße, wie sich generative KI entwickelt, müssen sich Unternehmen auf Fragen der Verantwortlichkeit bei der Entscheidungsfindung vorbereiten, insbesondere in sensiblen Bereichen wie dem Gesundheits- und Finanzwesen.

Die nächste Grenze

Quantencomputing: Der nächste Schritt des Bankensektors ist die Kombination von KI, traditioneller IT und Quantencomputing. Die Crédit Mutuel Alliance Fédérale erforscht das Potenzial des Quantencomputings zur Steigerung der betrieblichen Effizienz und hat eine Quantenfabrik und eine Akademie zur Entwicklung von Fachwissen in diesem Bereich eingerichtet. Die IT der Zukunft wird traditionelles Computing (Bits), Quantentechnologie (Qubits) und KI (Neuronen) miteinander verbinden.