Die wichtigsten Erkenntnisse aus der Podiumsdiskussion zum Thema "Leaders' POV: Beschleunigung der Arzneimittelinnovation durch KI" mit Virginie Dominguez, Executive Vice-President Digital, Data & IT bei Servier.
Fragen von Paul de Balincourt, Artefact Partner - Gesundheitswesen Data & AI Transformation.
Servier, ein weltweit tätiges pharmazeutisches Unternehmen, hat sich zum Ziel gesetzt, den Patienten in den Mittelpunkt seiner Innovationsbemühungen zu stellen. In der Vergangenheit war Servier führend in den Bereichen Herz-Kreislauf- und Stoffwechselkrankheiten. Heute ist das Unternehmen führend in der Onkologie und konzentriert sich auf die Entwicklung innovativer Therapien für schwer zu behandelnde und seltene Krebsarten. Aufbauend auf dem Onkologie-Modell plant das Unternehmen den Aufbau einer Neurologie-Franchise und setzt sich ehrgeizige Ziele, um die Erfolgswahrscheinlichkeit zu verdoppeln und die Zeit bis zur Markteinführung im nächsten Jahrzehnt um bis zu vier Jahre zu verkürzen.
Die Rolle der KI bei der Arzneimittelinnovation
Die Entdeckung von Medikamenten ist ein langwieriger und schwieriger Prozess mit einer Erfolgsquote von unter 5%. Servier sieht in der KI eine wichtige Voraussetzung, um Innovationen zu beschleunigen und die Effizienz zu verbessern. Wesentliche Elemente für den Erfolg sind robuste Rechenkapazitäten, hochwertige data und die Gewinnung von Spitzentalenten. Allerdings bleibt die data-Knappheit, insbesondere bei seltenen Krankheiten, eine Herausforderung. Partnerschaften sind ebenfalls von entscheidender Bedeutung, da Innovation nicht im Alleingang erreicht werden kann.
Stufenweiser Ansatz zur Einführung von KI
Servier hat die Einführung von KI in zwei Phasen angegangen. Zunächst konzentrierte sich ein opportunistischer Ansatz darauf, das Potenzial der KI anhand konkreter Anwendungsfälle zu beweisen, insbesondere in Zusammenarbeit mit den F&E-Teams. Diese Phase half, die kulturelle Kluft zwischen Wissenschaftlern und data-Spezialisten zu überbrücken. Jetzt befindet sich Servier in einer systemischen Phase, in der KI in alle F&E-Prozesse integriert wird. Dabei wurden 16 kritische Schmerzpunkte identifiziert und 20 Initiativen priorisiert, um die Wirkung und Machbarkeit zu maximieren.
Errungenschaften der KI-gesteuerten Innovation
In den frühen Forschungsphasen gab es erhebliche Fortschritte, insbesondere bei der Entdeckung und Validierung von Targets. Die KI hat dazu beigetragen, qualitativ hochwertigere Zielmoleküle zu identifizieren und die Prozesse zur Entwicklung von Medikamenten, einschließlich kleiner Moleküle und nukleotidbasierter Therapien, zu optimieren. Die klinische Entwicklung hat von der schnelleren Rekrutierung von Patienten und der Identifizierung von Studienzentren profitiert. In späteren Stadien unterstützt KI das medizinische Schreiben, wodurch der Zeitaufwand für die Dokumentation erheblich reduziert wird.
KI-Lösungen in der Praxis
Servier hat intern Tools entwickelt, die generative KI für die Bewertung von Targets nutzen. Diese Tools verarbeiten umfangreiche wissenschaftliche data, um die Sicherheit von Targets zu bewerten, und reduzieren die Arbeitsbelastung der Wissenschaftler um 9%. Solche Lösungen sind ein Beispiel dafür, wie KI das wissenschaftliche Fachwissen ergänzt, anstatt es zu ersetzen, und so schnellere und fundiertere Entscheidungen in der Arzneimittelentwicklung ermöglicht.
Partnerschaften als Eckpfeiler der Innovation
Zusammenarbeit ist ein zentraler Bestandteil der Strategie von Servier, sowohl intern als auch extern. Vorwettbewerbliche Netzwerke wie die Feder Association zielen darauf ab, gemeinsame Herausforderungen in der KI und der Arzneimittelentwicklung anzugehen. Servier geht auch selektiv Partnerschaften mit Spitzenunternehmen für digitale Zwillinge und dem französischen Unternehmen Owkin für Bildgebung und maschinelles Lernen ein. Öffentlich-private Kooperationen beschleunigen den Fortschritt weiter, indem sie die jüngsten erheblichen Investitionen in die französische Forschung und Innovation nutzen.
Fazit
Die Integration von KI in die Entdeckung und Entwicklung von Medikamenten zeigt das Engagement von Servier für Innovation und eine patientenzentrierte Versorgung. Auch wenn es noch Herausforderungen gibt, insbesondere im Zusammenhang mit data und der Ressourcenzuweisung, ist das Unternehmen mit seinem strategischen Fokus auf KI, Partnerschaften und systemische Integration in der Lage, bei der Verbesserung der Gesundheitsversorgung eine führende Rolle zu spielen.

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