AI for Industry Summit von Artefact - 17. September 2024 - Paris

Die wichtigsten Erkenntnisse aus der Podiumsdiskussion mit Sébastien Rousset, Chief AI Officer bei Naval Group, Alice Memang, Mitbegründerin & COO bei Delfox for Autonomy, Mikael Volut, Gründer von ÆGIR, und Timothée Moulinier, Delegierter für Forschung und Entwicklung, Innovation und Digitales bei Gican.

KI für operative Überlegenheit bei Delfox

Alice Memang erläuterte, dass sich das Unternehmen auf die Entwicklung von KI für autonome Systeme konzentriert und dabei tiefgreifendes Reinforcement Learning einsetzt. Delfox erstellt realistische Simulationen, in denen die KI lernt, komplexe Missionen zu bewältigen. Ziel ist es, militärischen Betreibern KI-generierte Strategien für Drohnen und andere Systeme an die Hand zu geben und gleichzeitig sicherzustellen, dass die endgültigen Entscheidungen von Menschen abgesegnet werden. Die KI von Delfox soll die Kluft zwischen Simulation und realen Bedingungen überbrücken und den Streitkräften einen strategischen Vorteil verschaffen.

Der Einsatz von KI bei der Konstruktion und Wartung von Schiffen durch die Naval Group

Sébastien Rousset zeigte auf, wie KI die Konstruktion und Wartung von Kriegsschiffen optimiert. Während der Entwurfsphase hilft KI bei der Verlegung von Rohren und Kabeln, um eine bessere Aufrüstbarkeit und Effizienz zu erreichen. Die Naval Group nutzt KI auch, um vergangene Projekte zu analysieren und die daraus gewonnenen Erkenntnisse in zukünftige Entwürfe zu integrieren. Bei der Wartung ermöglicht KI vorausschauende Maßnahmen, die ungeplante Ausfallzeiten reduzieren und die Lebensdauer der Ausrüstung verlängern. KI ist unerlässlich für die Verwaltung komplexer Werften, auf denen zahlreiche Gewerke gleichzeitig arbeiten, um Sicherheit und reibungslose Abläufe zu gewährleisten.

KI in der Entscheidungsfindung auf dem Schlachtfeld

KI ist entscheidend in Kampfsituationen, in denen die Schiffe der Naval Group Tausende von data-Punkten sammeln. Die KI verarbeitet diese umfangreichen Informationen in Echtzeit und unterstützt die Operateure dabei, schnelle und fundierte Entscheidungen zu treffen. Mit der zunehmenden Integration unbemannter Systeme in die Marineoperationen wird KI der Schlüssel zur Bewältigung der überwältigenden Menge an data auf dem Schlachtfeld und zur Sicherung der operativen Überlegenheit sein.

Aegirs KI für Entscheidungsfindung und maritime Sicherheit

Mikael Volut von Aegir sprach darüber, wie KI den zivilen Seeverkehr verbessert. Die Lösungen von Aegir konzentrieren sich auf die Reduzierung von CO2-Emissionen, die Optimierung der Routenplanung und die Verbesserung der Sicherheit für große Schiffe. KI analysiert data von mehreren Sensoren und hilft den Betreibern, bessere Entscheidungen zu treffen. Aegir entwickelt auch autonome maritime Systeme, die sicherstellen, dass KI mehrere Roboter und Systeme in komplexen Missionen koordinieren kann, wodurch menschliche Fehler reduziert und die Effizienz verbessert werden.

Zusammenarbeit und Vertrauen zwischen Mensch und KI

Ein wiederkehrendes Thema war die Notwendigkeit der Erklärbarkeit von KI. Alice Memang betonte, dass die Anwender KI-Entscheidungen vertrauen müssen, insbesondere in kritischen militärischen Kontexten. Delfox arbeitet daran, seine KI erklärbar zu machen, so dass die Betreiber verstehen können, wie Entscheidungen getroffen werden. In ähnlicher Weise wies Sébastien Rousset darauf hin, wie wichtig es ist, KI-Lösungen mit Blick auf die Bedürfnisse der Nutzer zu entwickeln und multidisziplinäre Teams einzusetzen, um sicherzustellen, dass die KI sowohl effektiv ist als auch das Vertrauen der Endnutzer genießt.

KI-Einsatz in der maritimen Industrie

Mikael Volut stellte fest, dass der zivile maritime Sektor bei der Einführung von KI langsamer ist als das Militär. Es gibt jedoch eine wachsende Dynamik. Aegir führt zunächst erklärbare KI-Modelle ein und geht dann allmählich zu leistungsfähigeren Blackbox-Modellen über, wenn die Nutzer Vertrauen gewinnen. Der anfängliche Schwerpunkt liegt auf der Entscheidungsunterstützung, wobei das langfristige Ziel darin besteht, vollständige Autonomie bei Operationen zu erreichen.

Zusammenarbeit in der gesamten Branche

Die Sitzung schloss mit einer Diskussion über die Bedeutung der branchenweiten Zusammenarbeit bei der Einführung von KI. Timothée Moulinier betonte die Notwendigkeit einer koordinierten Anstrengung zur Integration von KI über den gesamten Lebenszyklus von Schiffen, vom Bau bis zum Einsatz. Angesichts des zunehmenden globalen Wettbewerbs, insbesondere aus Asien, müssen französische Unternehmen KI einsetzen, um im maritimen Bereich einen Vorsprung zu behalten.