Im Juli 2024 wurde Robin zum CTO von Artefact Frankreich für seine profunde technologische Expertise und seine Managementfähigkeiten. Er leitet jetzt ein großes Team von data-Wissenschaftlern, Software-Ingenieuren und Frontend-Entwicklern und sorgt dafür, dass sein Team an der Spitze der Technologie steht, wobei Ausbildung und Neugierde im Mittelpunkt seines Ansatzes stehen.

Zu Robins früheren Erfahrungen gehören seine Tätigkeit als Mitglied des Vorstands von Data Science bei AI Infrastructure Alliance, als Data Scientist bei Qwant und als Forschungsingenieur für Data Fusion bei ONERA, dem französischen Luft- und Raumfahrtlabor. Er hat einen Master of Science der Universität Aalborg in Dänemark und der ESIEE Paris Engineering School.

Das Interview für The Bridge führte Caroline Goulard, Mitbegründerin und CEO von Modality und Dataveyes, Robin spricht über seine Herangehensweise an den Aufbau seines Teams, darüber, wie generative KI die Art und Weise verändert, wie Ingenieure arbeiten und Probleme lösen, über die sich entwickelnde Rolle des Managements in der Technologiebranche und über die Bedeutung des kontinuierlichen Lernens.

Silos durchbrechen und Brücken bauen: Ein einheitlicher Teamansatz.

Robins Team besteht aus drei Teams:
1. Front-End-Engineering (wo die Ergebnisse den Kunden präsentiert werden);
2. Backend-Technik;
3. Data Engineering, wo data und data Wissenschaft zusammenkommen, um KI zu machen.

Obwohl diese Teams in der Vergangenheit isoliert waren, erklärt Robin: “Wir wollten mehr Synergien zwischen den Teams schaffen.”

Allerdings gab es auch Herausforderungen. Die unterschiedlichen Kulturen der einzelnen Teams auszubalancieren und gleichzeitig die Zusammenarbeit zu fördern, ist ein heikler Akt, den der neue CTO jedoch als entscheidend für den langfristigen Erfolg ansieht.

Generative KI: Ein Wendepunkt für schnellere Problemlösungen.

Generative KI ist für die Ingenieure von Artefact zu einem unverzichtbaren Werkzeug geworden. Es beschleunigt die Innovation, indem es Teams ermöglicht, neue Herausforderungen effizienter zu bewältigen. Es steigert auch die Produktivität und stellt sicher, dass wichtige Aufgaben wie Dokumentation und bewährte Verfahren auch bei knappen Fristen nicht übersehen werden.
Die Auswirkungen der generativen KI gehen über Geschwindigkeit und Effizienz hinaus und beeinflussen die Art und Weise, wie Artefact seine Ingenieure ausbildet und verwaltet. Robin hat eine große Veränderung bei den Nachwuchsentwicklern beobachtet, deren Die Codequalität hat sich verbessert mit Hilfe von KI-Tools. Dieses Upgrade bringt jedoch seine eigenen Herausforderungen mit sich. Wie können Manager sicherstellen, dass Junioren nicht einfach Lösungen kopieren und einfügen, ohne sie wirklich zu verstehen?

Praktische Anleitung und Engagement für kontinuierliches Lernen.

Für Robin liegt die Antwort im Management. “Wir bilden die Junioren nicht direkt aus. Es geht darum, die Zeit der Manager umzuverteilen, damit sie sich mehr einbringen können’.” erklärt er. Dazu gehört, dass wir Junioren dazu anleiten, kritisch über KI-generierten Code nachzudenken und sie ermutigen, sich mit dem Warum und Wie zu befassen, anstatt sich mit schnellen Lösungen zufrieden zu geben.

Erfahrene Ingenieure hingegen gehen an die generative KI eher wie ein Kooperationspartner heran. Sie iterieren und hinterfragen die Ergebnisse der Maschine, um Lösungen weiter zu verfeinern. Diese Unterscheidung zwischen transaktionaler Nutzung und kollaborativem Engagement ist einer der auffälligsten Unterschiede, die Robin zwischen den Erfahrungsstufen beobachtet hat.

In einem Bereich, der sich mit halsbrecherischer Geschwindigkeit weiterentwickelt, ist Neugier der Schlüssel für jeden guten Ingenieur. Um diese Mentalität zu fördern, ist ständiges Lernen fester Bestandteil der Unternehmenskultur. Die Ingenieure werden dazu angehalten, jeden Tag Zeit mit dem Lesen und dem Austausch wertvoller Ressourcen mit ihren Kollegen zu verbringen.

Blick in die Zukunft: Eine Verschiebung der Rollen, Verantwortlichkeiten und Zeiteinteilung.

Während Unternehmen generative KI in ihre Abläufe integrieren, beobachtet Robin eine Verschiebung der Rollen und Verantwortlichkeiten. Die klassischen KI-Rollen sind zwar nach wie vor unverzichtbar, aber der Schwerpunkt liegt zunehmend auf der Lösung von Geschäftsproblemen und der Förderung der Zusammenarbeit zwischen IT und Geschäftsfunktionen. “Generative KI verwandelt die IT von einer Kostenstelle in ein Profitcenter, bemerkt er.

Generative KI wird die Berufsbilder nicht so radikal verändern, wie es die klassische KI einst tat, aber sie wird wahrscheinlich die Prioritäten innerhalb der bestehenden Rollen verschieben. Die Zeit der Ingenieure wird umverteilt werden, damit sie sich weniger auf das Schreiben von Code und mehr auf die Lösung von Geschäftsproblemen konzentrieren. Dieser Wandel spiegelt sich bereits in den Einstellungspraktiken von Artefact wider, wo die traditionellen Codierungstests durch Interviews ersetzt wurden, die die Fähigkeit der Kandidaten zu beurteilen, reale geschäftliche Herausforderungen zu bewältigen.

Wie geht es weiter mit dem Ingenieurteam von Artefact?

Robin ist besonders begeistert von den Fortschritten in der multimodalen KI, die Text- und Bildverarbeitung kombiniert, um neue Möglichkeiten zu erschließen. “Früher war es schwierig, Bilder zu verarbeiten und Inhalte zu extrahieren. Jetzt gibt es einen echten Durchbruch mit visuellen Sprachmodellen”.” sagte er. Diese Innovation könnte den Teams wertvolle Zeit verschaffen, damit sie sich auf höherwertige Aufgaben konzentrieren können - eine verlockende Aussicht für jedes Unternehmen.

Für diejenigen, die sich eingehender mit Technik und Führung beschäftigen möchten, empfiehlt Robin die Lektüre von “The Pragmatic Engineer”, einem Newsletter, der wertvolle Einblicke in dieses Gebiet bietet.