AI for Industry Summit von Artefact - 17. September 2024 - Paris
Die wichtigsten Erkenntnisse aus der Podiumsdiskussion mit Youssef Benzakour, Operations Digital Transformation VP bei Forvia, Bérangère Sixta, Group Head of Data bei Suez, und David Rodriguez, Head of Data & AI, Central Data & AI Manager bei Ariane Group.
Moderiert von Florence Benezit, Beratungsdirektorin bei Artefact.
Auf der Podiumsdiskussion über die Konvergenz von IT und OT data wurde die Bedeutung der Verschmelzung von Informationstechnologie (IT) und Betriebstechnologie (OT) für die industrielle Leistung diskutiert. IT umfasst ERP-Systeme, cloud-Plattformen und data-Lösungen, während OT die Technologien in den Werkshallen umfasst, wie z.B. Sensoren und Steuerungen. Die Konvergenz dieser beiden Bereiche wird zunehmend als strategischer Vorteil zur Verbesserung der industriellen Prozesse, der Entscheidungsfindung und der Effizienz angesehen.
Die Sicht von Suez auf die IT-OT-Konvergenz
Für Suez, das in der Wasser- und Abfallwirtschaft tätig ist, spielt die IT-OT-Konvergenz eine entscheidende Rolle bei der Optimierung von Echtzeitprozessen wie der Überwachung des Wasserdrucks oder der Verfolgung von Abfallbehandlungssystemen. Suez hat OT data eingesetzt, um den Energieverbrauch zu optimieren und Lecks schneller zu erkennen. Die Herausforderung besteht nun darin, OT data im gesamten Unternehmen, von den Betreibern bis zu den Managern, und mit externen Interessengruppen, wie z.B. den Wasserbehörden, zu teilen. Das Ziel ist es, genaues data für eine bessere Entscheidungsfindung bereitzustellen.
Der Konvergenzansatz der Ariane Gruppe
Die Ariane Group, ein europäischer Hersteller von Luft- und Raumfahrzeugen, sieht in der IT-OT-Konvergenz den Schlüssel zur Steigerung der Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit im Raumfahrtsektor. Nach dem Einsatz eines Manufacturing Execution Systems (MES) konzentriert sich das Unternehmen nun auf die Vernetzung von Maschinen, um data in einer industriellen data-Zone in Echtzeit zu sammeln. Dies ermöglicht die Entwicklung von Anwendungsfällen wie vorausschauende Wartung und vorausschauende Qualitätskontrolle. So kann das gesammelte data zum Beispiel dazu beitragen, Produktionslinien zu stoppen, wenn die Produktqualität von den erwarteten Standards abweicht, um die Gesamteffizienz zu verbessern und Fehler zu reduzieren.
Forvias Weg zur Konvergenz
Das Automobilunternehmen Forvia nutzt die IT-OT-Konvergenz, um Qualität, Flexibilität und Effizienz seiner Abläufe zu verbessern. Das Unternehmen hat bereits an mehr als 300 Standorten eine Produktionsüberwachung in Echtzeit eingeführt, die eine bessere Kontrolle der Bestände und der betrieblichen Effizienz ermöglicht. Die zweite Phase der Konvergenz umfasst eine tiefere Konnektivität, bei der detaillierte data-Maschinendaten gesammelt und analysiert werden, um die Produktionsprozesse zu optimieren. So nutzt Forvia zum Beispiel historische data von Spritzgussmaschinen, um Zyklen und Qualität zu optimieren, und KI-Systeme helfen bei der Analyse von Fehlercodes von Maschinen und geben den Bedienern in Echtzeit Hinweise.
Technische Herausforderungen bei der IT-OT-Konvergenz
Für Forvia besteht die größte Herausforderung in der data-Modellierung, d. h. in der Sicherstellung, dass das auf verschiedenen Maschinen erfasste data für eine skalierbare Nutzung standardisiert ist. Dazu gehört auch die Einführung einer gemeinsamen Terminologie für Parameter wie Druck innerhalb des Unternehmens. Für Suez stellt die data-Qualität eine große Herausforderung dar, insbesondere wenn data mit einer Vielzahl von Nutzern geteilt wird. Die Ariane Group betonte die Bedeutung der Cybersicherheit, da IT- und OT-Systeme aus Sicherheitsgründen traditionell voneinander getrennt waren. Ihre Integration bei gleichzeitiger Gewährleistung der Cybersicherheit hat weiterhin höchste Priorität, insbesondere in kritischen Branchen wie der Luft- und Raumfahrt.
Menschliche Herausforderungen bei der IT-OT-Konvergenz
Die Diskussionsteilnehmer waren sich einig, dass die kulturellen Unterschiede zwischen IT- und OT-Teams eine große Herausforderung darstellen. IT-Teams neigen dazu, sich auf die agile Entwicklung zu konzentrieren und Systeme kontinuierlich zu verbessern, während OT-Teams Stabilität und minimale Änderungen bevorzugen, sobald die Systeme in Betrieb sind. Die Überbrückung dieser Kluft erfordert Einfühlungsvermögen und funktionsübergreifende Zusammenarbeit. Der Vertreter von Forvia betonte, wie wichtig es ist, in die Menschen zu investieren und die Teams zu ermutigen, die Zwänge der anderen zu verstehen und auf gemeinsame Ziele hinzuarbeiten. Suez arbeitet an kleinen Pilotprojekten, um schrittweise Vertrauen und Zusammenarbeit zwischen IT- und OT-Teams aufzubauen.

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