Die Messung und Optimierung des Marketing-ROI stellt für viele Unternehmen eine Herausforderung dar; 70 % der Marketingverantwortlichen haben Schwierigkeiten, dies effektiv umzusetzen.

„Unternehmen, die die Messung als strategische Priorität betrachten, verzeichnen einen Anstieg des Marketing-ROI um 10 bis 20 %.“

Die Messung des Marketing-ROI ist eine zentrale Herausforderung für Unternehmen von heute

Für viele Unternehmen bleibt die ganzheitliche Messung ein schwieriges Puzzleteil, das nicht ganz in ihre Gesamtstrategie passt. Tatsächlich haben 70 % der Marketingverantwortlichen nach wie vor Schwierigkeiten, den Return on Investment (ROI) ihrer Marketingkampagnen genau zu messen und zu optimieren. Aber warum ist das so? Warum ist die Messung immer komplexer geworden, und wie lässt sich diese Herausforderung am besten bewältigen?

Hier sind drei wichtige Trends, die die aktuelle Landschaft der Marketingmessung prägen:

  • Ihre Diversifizierung der Medieninvestitionen mit Schwerpunkt auf dem digitalen Bereich: Da digitale Medien weiter wachsen, wird erwartet, dass die Investitionen in diesem Bereich bis 2026 71 % erreichen werden. Der zunehmende Wettbewerb um Werbeflächen treibt jedoch die Kosten in die Höhe, was es für Marketingfachleute schwieriger macht, einen hohen ROI zu erzielen.

  • Vielzahl von Vertriebskanälen und der Aufstieg von Omnichannel-Strategien: Der weltweite Omnichannel-Einzelhandelsmarkt verzeichnet eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate (CAGR) von 14 % und wird bis 2030 voraussichtlich ein Volumen von 19,51 Milliarden US-Dollar erreichen. Diese Diversifizierung der Vertriebswege stellt Marketingfachleute vor Chancen und Herausforderungen bei der Messung und Optimierung ihrer Maßnahmen über mehrere Kanäle hinweg.

  • Wachsender Bedarf an Personalisierung angesichts strengerer Datenschutzbestimmungen: Angesichts immer strengerer Datenschutzrichtlinien und der bevorstehenden Abschaffung von cookies verschaffen sich personalisierte Marken einen erheblichen Vorteil und verzeichnen Umsatzsteigerungen von bis zu 40 %. Dieser Trend erschwert jedoch auch die Messung, da Marketingfachleute den Spagat zwischen Personalisierung und Einhaltung der Vorschriften meistern müssen.

Über diese Trends hinaus zeichnet sich im Bereich der Marketingmessung ein neues Thema ab: die Umweltauswirkungen von Werbung. Jeder data zwischen einem Ad-Server und dem Endnutzer beinhaltet den Austausch von Millionen von Signalen zwischen verschiedenen Technologien. Aktivitäten wie targeting, Echtzeit-Gebote und Tracking-Verifizierung verbrauchen Strom und führen zur Produktion von Treibhausgasen. Durch die Quantifizierung des Stromverbrauchs in jeder Phase der Anzeigenauslieferung und unter Berücksichtigung der CO₂-Intensität der Energieerzeugung können wir die durch eine Anzeige verursachten Emissionen abschätzen. Die CO₂-Messung ist jedoch oft mit zusätzlichen Kosten verbunden und wird in wirtschaftlich schwierigen Zeiten eher als Luxus denn als Standardanforderung angesehen.

Zudem besteht häufig eine erhebliche Lücke zwischen dem aktuellen Stand und den wichtigsten strategischen Zielen. Marketingfachleute müssen sich durch die Komplexität der Überbrückung dieser Lücke navigieren und gleichzeitig eine Vielzahl von Marketingtechnologien verwalten. Diese Navigation ist entscheidend, um die Marketingmaßnahmen auf die übergeordneten Unternehmensziele abzustimmen und nachhaltigen Erfolg zu erzielen.

Ganzheitliche Messung: Für Marketingfachleute bleiben zentrale Herausforderungen bestehen

1) Mangelndes Selbstvertrauen

Eine zentrale Herausforderung ist das mangelnde Vertrauen in Bereichen wie Medienplanung, Budgetgenehmigungen und Begründungen (Mank et al. (2019)). Eine interne Zufriedenheitsumfrage unter Marketingmanagern verschiedener Branchen im DACH-Raum ergab, dass fast 25 % mit ihren derzeitigen Möglichkeiten zur ROI-Messung unzufrieden sind und nur 30 % ihre derzeitigen Fähigkeiten als zufriedenstellend und auf dem richtigen Weg betrachten.

Dafür gibt es mehrere Gründe:

  • Veraltete Ansätze zur Budgetplanung: Viele Unternehmen stützen sich auf veraltete Methoden der Budgetplanung, wie beispielsweise einfache Geschäftsregeln oder den Ansatz „Vorjahreswert +/- x“. Dies führt zu einer ineffizienten Ressourcenzuweisung, da diese Methoden weder den sich ändernden Marktbedingungen noch der unterschiedlichen Wirksamkeit verschiedener Kanäle Rechnung tragen.

    Die Lösung besteht in einem data Ansatz, bei dem Analysen und Erkenntnisse genutzt werden, um Budgets effektiver auf die verschiedenen Kanäle und Phasen des Trichters zu verteilen. Durch die Nutzung data können Unternehmen fundiertere Entscheidungen treffen, die ihre Marketingausgaben optimieren und den Gesamt-ROI verbessern. Bei einem unserer Kunden aus der Getränkeindustrie beispielsweise waren externe Faktoren wie Wetter, Fußballspiele und Feiertage entscheidend für die Erstellung eines Budgetszenario-Planers, der genauere und strategischere Budgetentscheidungen ermöglichte.

  • Uneinheitliche KPIs: Das Fehlen einheitlicher Leistungskennzahlen (KPIs) im gesamten Unternehmen kann zu uneinheitlichen Bewertungen der Marketingleistung führen. Diese Uneinheitlichkeit erschwert den Vergleich von Ergebnissen über Kampagnen und Kanäle hinweg sowie die genaue Messung des Erfolgs.

    Um dieses Problem anzugehen, sollten Unternehmen eine einheitliche Taxonomie von KPIs einführen, die auf ihre strategischen Ziele abgestimmt ist. Einheitliche KPIs ermöglichen eine klarere Kommunikation und einen besseren Vergleich der Marketingergebnisse, was eine strategischere Entscheidungsfindung erleichtert.

  • Verzögerungen bei den MMM-Ergebnissen: Die Marketing-Mix-Modellierung (MMM) ist häufig mit langen Durchlaufzeiten verbunden, da data und -analyse komplex und zeitaufwendig sein können. Diese Verzögerung kann dazu führen, dass die gewonnenen Erkenntnisse veraltet sind und die aktuelle Marktdynamik nicht mehr widerspiegeln, was die Effektivität der Entscheidungsfindung beeinträchtigt.

    Um dieses Problem zu lösen, sollten Unternehmen in effizientere Methoden data und in Technologien investieren , die den MMM-Prozess optimieren. In unserem Artikel„Welche data sollten Marken in einem sich ständig wandelnden technischen und regulatorischen Umfeld verfolgen?“ wird diese Lösung ausführlich behandelt. Darüber hinaus kann die Integration data dazu beitragen, schnellere und umsetzbarere Erkenntnisse zu gewinnen, was eine zeitnahe Anpassung der Marketingstrategien ermöglicht.

  • Abhängigkeit von „Black-Box“-Lösungen von Drittanbietern: Viele Marketingfachleute sind auf Lösungen von Drittanbietern angewiesen, was problematisch sein kann, da hierfür sensible data externe Parteien weitergegeben werden müssen und die Anpassungsmöglichkeiten oft begrenzt sind. Diese Abhängigkeit kann zu einem Mangel an Transparenz und Kontrolle über data sowie zu potenziellen Risiken data führen.

    Um diese Probleme zu mindern, sollten Unternehmen erwägen, eigene MMM-Kompetenzen aufzubauen oder nach transparenteren und anpassungsfähigeren Lösungen zu suchen, die eine bessere Kontrolle über die data Analyseprozesse ermöglichen. Dieser Wandel verbessert nicht nur data , sondern ermöglicht auch maßgeschneiderte Erkenntnisse, die auf die spezifischen geschäftlichen Anforderungen abgestimmt sind.

2) Mangelndes technisches Verständnis

Eine weitere große Herausforderung ist das fehlende technisches Verständnis. Die bestehenden Messmethoden haben sich weiterentwickelt, sodass Marketingfachleute unsicher sind, wie sie diese effektiv nutzen können. Ein internationaler Media-Einkäufer bei einem Reisebüro in Deutschland brachte dieses Problem auf den Punkt: „Wir sind uns des Messproblems bewusst, wissen aber nicht, wie wir es lösen sollen.“

Bei der Messung der Marketingeffektivität wird nach wie vor stark auf vorläufige und ungenaue regelbasierte Attribution sowie auf teure und zeitaufwändige A/B-Tests gesetzt. 60 % der Marketingverantwortlichen in der DACH-Region trauen sich nicht zu, wirksame Experimente zu konzipieren. Die Untersuchung Artefact zeigt, dass nur ein winziger Bruchteil der Marketer einen einheitlichen Ansatz nutzt, der MMM, Attribution und Inkrementalitätstests kombiniert. 70 % geben an, dass sie regelbasierte Attribution nur nutzen, um die Messung zu verstehen, was ein sehr problematischer Indikator ist.

Abbildung 1: Mögliche Anbieter von MMM, A/B-Tests und Multi-Touch-Attribution

Grafik: Mögliche Anbieter von MMM, A/B-Tests und Multi-Touch-Attribution

3) Widersprüchliche Schwerpunkte innerhalb von Unternehmen

Häufig kommt es zu Konflikten zwischen Chief Marketing Officers (CMOs) und Chief Financial Officers (CFOs) aufgrund unterschiedlicher Prioritäten bei den Leistungskennzahlen (KPIs). Während CFOs ihren Fokus in erster Linie auf Marketingausgaben legen, legen CMOs mehr Wert auf den Aufbau der Marke und den Customer Lifetime Value (CLV) als auf kurzfristige Umsätze. Diese Diskrepanz führt zu Herausforderungen bei der Abwägung zwischen kurzfristiger Umsatzsteigerung und langfristiger Markenentwicklung.

Abbildung 2: Widersprüchliche strategische Ausrichtung innerhalb des Unternehmens

widersprüchliche strategische Ausrichtung auf den Marketing-ROI im Unternehmen

4) Ermittlung wirklich relevanter Marketingmaßnahmen

Es ist allgemein bekannt, dass 50 % der Marketingausgaben verschwendet werden, und die Frage, welche Hälfte davon sinnvoll eingesetzt wird, bleibt ein entscheidendes Thema. Dies unterstreicht, wie wichtig es ist, einen soliden Lernplan aufzustellen, um die zusätzlichen Auswirkungen verschiedener Marketingstrategien zu testen. Unternehmen müssen herausfinden, welches MMM-Modell für sie am besten geeignet ist.

  • Ökonometrische oder auf maschinellem Lernen basierende MMM: Media Mix Modeling ist ein trendbasierter Modellierungsansatz, der darauf abzielt, die langfristigen Auswirkungen auf den Umsatz zu erfassen, wobei in erster Linie historische data herangezogen werden; er liefert fundierte Erkenntnisse, die dabei helfen, Muster zu erkennen.

  • Kausalitätsmodellierung: Die Multi-Touch-Attribution (MTA) beschränkt sich auf die Erfassung von Online-Ereignissen und hat oft Schwierigkeiten mit unvollständigen Verknüpfungen zwischen verschiedenen Plattformen wie Facebook, Amazon und Google. Marketing-Mix-Modellierung (MMM) hingegen kann strategische Fragen beantworten, jedoch nur in geringen Abständen (seltener als alle drei Monate) und mit begrenzter Detailtiefe (nicht auf Segment- oder Kreativ-Ebene). Kausalitätsmodellierung ergänzt diese Techniken, indem sie regelmäßig präzise Antworten auf operative Fragen liefert und die kausalen Auswirkungen verschiedener Marketing-Touchpoints sowohl online als auch offline misst.

Drei Schritte zum Wettbewerbsvorteil und zur Maximierung der Kapitalrendite

Um die Erkenntnisse zu gewinnen, die sie benötigen, um der Konkurrenz einen Schritt voraus zu sein und ihren ROI zu steigern, sollten Unternehmen drei zentrale Ansätze integrieren: Marketing-Mix-Modellierung (MMM), Inkrementalitätstests und Attribution. Diese Methoden ergänzen sich gegenseitig und sollten nicht als sich gegenseitig ausschließend betrachtet werden.

Abbildung 3: Ansätze für bayessche Messungen

Bayesianische MMM und Bayes'sche Netzwerke

Schritt 1: Definieren Sie Ihr KPI-Rahmenwerk sowie Ihre Test- und Lernagenda klar und eindeutig

Artefact umfangreiche Erfahrung darin, unsere Kunden bei der Festlegung ihrer KPI-Rahmenwerke und ihrer „Test & Learn“-Strategien zu unterstützen. Wir greifen auf eine umfassende Sammlung von geschäftlichen Fragestellungen und Anwendungsfällen aus verschiedenen Abteilungen und Marketingkanälen zurück und gewährleisten so eine lückenlose Messabdeckung. Dieser Ansatz ermöglicht eine detaillierte 360-Grad-Leistungsanalyse auf der detailliertesten Ebene.

Artefact -Rahmenwerk

Schritt 2: Sammeln Sie alle relevanten Data datenschutzkonforme Weise und ergänzen Sie diese mit data

Das Sprichwort „Garbage in, garbage out“ trifft hier besonders zu: Ohne qualitativ hochwertige data können selbst die ausgefeiltesten Modelle zu irreführenden Ergebnissen führen. Unternehmen müssen stets darauf achten, genaue und umfassende data zu erheben, die Verkaufszahlen, Medienkennzahlen und sogar data aus anderen Bereichen als dem Marketing umfassen.

Darüber hinaus kann die Anreicherung Ihrer data data also Informationen, die von vertrauenswürdigen Partnern bereitgestellt werden – wertvolle zusätzliche Erkenntnisse liefern. Sie können dabei helfen, Lücken zu schließen, Kontext zu schaffen und die Gesamtqualität Ihrer Analyse zu verbessern. Es ist jedoch von entscheidender Bedeutung, dies auf datenschutzkonforme Weise zu tun und sicherzustellen, dass jede data den geltenden Vorschriften entspricht und die Privatsphäre der Nutzer respektiert.

Ein Beispiel für verschiedene data . Kann je nach Branche variieren.

Abbildung 4: Data für MROI

data für den Marketing-ROI bei Artefact

Schritt 3: Die drei Methoden kombinieren, um einen ganzheitlichen Überblick über die Messung und Wirksamkeit von Marketingmaßnahmen zu erhalten

  • Mit MMM verstehen und planen: Marketing-Mix-Modellierung hilft dabei, die weitreichenden Auswirkungen verschiedener Marketingkanäle zu verstehen und zukünftige Investitionen zu planen.

  • Tiefere Einblicke und Optimierung durch Attribution: Attribution liefert detaillierte Einblicke in die Leistung bestimmter Kontaktpunkte und ermöglicht so eine präzisere Optimierung.

  • Validierung durch inkrementelle Tests: Regelmäßige inkrementelle Tests helfen dabei, zu überprüfen, ob die umgesetzten Änderungen die gewünschten Ergebnisse liefern, und können spezifische geschäftliche Fragen klären, die von den anderen Methoden nicht abgedeckt werden.

Abbildung 5: Ganzheitliche und effektive Strategie zur Marketingmessung

Grafik: Ganzheitliche und effektive Marketingmessung – Marketing-ROI-Strategie

Durch die Integration dieser Ansätze können Unternehmen eine ganzheitlichere und effektivere Strategie zur Marketingmessung entwickeln, was zu fundierteren Entscheidungen und optimierten Marketingmaßnahmen führt.